Desflurator

in einem Dreieck zwischen Klinikalltag, Notfallrettung und zuhause


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„Pest oder Cholera?“ oder „wie tief willst du sinken?“

Wir haben kürzlichst einen neuen Kollegen bekommen.
Der aufmerksame Leser denkt „was hat der Kerl nu jetzt wieder zu motzen?“.
Erstmal hat er nix zu motzen.Wir freuen uns über jeden der freiwillig noch bei uns arbeiten will, trotz der Gehaltsreduktion.

Aber im Gespräch stellten wir schnell fest,wir haben eine Gemeinsamkeit,wir finden unseren Job und die Station scheiße.Aber, sein alter Arbeitgeber war noch viel schlimmer. Klare Aussage „hier ist es zwar scheiße,aber weniger scheiße!“.

Lässt man diesen Satz auf sich wirken so denkt man sich, in der Pflege kann man nur zwischen Pest oder Cholera entscheiden.
Beides willst du nicht,aber du musst eines nehmen.Gibt es eigentlich noch einen schönen Job in der Pflege?
Oder wie tief kann ich meine Ansprüche herabschrauben?Muss mir mein Job überhaupt Spaß machen?

Ich habe lange nicht mehr nachgedacht über das was ich tue.Ich funktioniere aktuell nur noch,das Drumherum ist mir scheißegal.Ich mache stupide meinen Job,das was von mir verlangt wird.
Jetzt kann ich mir die Frage wohl selbst beantworten „wie tief bin ich schon gesunken?“.

Ich habe meinen Beruf,meine Ideologie,meine Identität als Pfleger aufgegeben. Nein,eher verloren.
Der Kampf im Gesundheitswesen scheint aussichtslos.

Dennoch hat der Kollege mir einen hellen Moment verschafft und mich dazu gebracht nachzudenken.Das erste Mal seit Monaten.Evtl sollte ich ihm danken.


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magst du mich? wann kommst du wieder?

vor ein paar Tagen genehmigte ich mir mal eine kurze Auszeit und sah mir das Programm von Dr. Eckart von Hirschhausen an. Medizinisches Kabarett, wie er es nennt. Ein toller Mensch.Nicht unbedingt ein guter Komiker,aber die Mischung aus Humor, Magie, Politik, Medizin und Life-Coaching ist einmalig. Wer ihn nicht kennt, beschäftigt euch mal damit.

In seinem Programm sprach er auch  Kinder, insbesondere autistische Kinder an. Er sagte, die 2 zentralen Fragen im Leben eines Kindes sind:

„Magst du mich?“

„Wann kommst du wieder?“

Man könnte nu denken „wie,mehr nicht?“. Aber man könnte auch denken, wie schön ein Leben sein kann wenn man sich nicht um so viele Sachen Gedanken machen muss und der Kopf voll mit noch viel mehr Fragen ist. Und letztlich haben wir alle den einen Menschen, um dessen Aufmerksamkeit wir buhlen und wir uns wünschen, möglichst viel Zeit mit ihm zu verbringen. Oder?

So begeistert und überzeugt ich auch von diesem Statement war, für einen Blogbeitrag hätte es erst nicht gereicht.

Aber dann kam gestern Uschi. Hier im Pott heißen sie alle Uschi 😉 Uschi ist schon alt und liegt seit ein paar Tagen bei uns auf Station. Durch ihre Erkrankung ist sie schwerst durcheinander. Es ist nicht einfach mit ihr. Beim ersten Pflegekontakt gestern schlug sie nach mir. Als ich sie mobilisieren wollte, holte sie eine spitze Schere unter dem Kopfkissen hervor und versuchte mir die in die Schulter zu stechen. Fingerfertig wie sie ist,hatte sie die dem Frühdienst beim letzten Durchgang aus der Tasche gezogen. Wütend und im Selbsterhaltungs-Trieb konnte ich ihr die Schere in einem kleinen Gerangel abnehmen.Als Dank kippte sie mir den frischen Kaffee über die Füße. Kurzum, sie wurde von uns aufgrund der Fremdgefährdung wieder fixiert.

Kaum ist sie fixiert, guckt sie mich mit großen Augen an „magst du mich jetzt nicht mehr?“. Ich konnte mir ein erzwungenes „doch,natürlich“ abringen. Sie meinte „gut,ich schlafe jetzt etwas.Sehen wir uns nachher noch?“.

Und da waren sie wieder in meinem Kopf, die 2 zentralen Fragen im Leben eines Menschen. Magst du mich? Wann kommst du wieder?

Und hätte ich diese 2 Fragen nicht kurz zuvor auf diese besondere Art und Weise beigebracht bekommen, wäre mir dieser komische, aber beeindruckende Moment nie aufgefallen. Ein Moment in dem eine verängstigte Person um Aufmerksamkeit buhlt. Der Weg war falsch, darüber brauchen wir nicht reden. Aber es war nicht das, für was ich es normalerweise gehalten hätte, eine durchgeknallte Irre die mir an die Kehle will.

Wir brauchen mehr Zeit in der Pflege um auf solche Menschen eingehen zu können. Wir brauchen die Ruhe und die Möglichkeiten, uns individuell um die Menschen, nicht Kunden, kümmern zu können.

Auch hierzu sagte Hirschhausen etwas schönes.

Er ließ alle Pflegekräfte (etwa 50) im Saal aufstehen und bat um einen respektvollen Applaus. Dann sagte er „sehen Sie diese Menschen dort?Das sind die Pflegekräfte,die dank der Regierung in 20 Jahren nicht mehr ausreichen werden um sie gefahrlos vom Bett zur Toilette zu bringen!“

Hirschhausen hält viel von der Pflege, aber das würde jetzt hier den Rahmen sprengen 😉

Danke für eure Aufmerksamkeit und einen tollen, sonnigen Samstag!


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was ist es DIR wert?

vor einigen Monaten hat Kollege Heinz (wie immer Name an den Pott angepasst) unsere Station verlassen.

Ein herzensguter und engagierter Mensch, seit kaum zählbaren Jahren in der Pflege. Er hatte für alles eine Lösung und konnte so ziemlich jedes Gerät reparieren.Schlafend.

Heute wurden wir informiert,das er sich vor kurzem das Leben genommen hat.Die Pflege hat ihn zerfressen.

In was für einer Welt leben wir, in der dein Beruf dich langsam umbringt, deine Seele schwarz färbt?

Aber es war nicht die einzige schlechte Nachricht.

Vor ca. 8 Wochen wurde Horst (Name natürlich geändert) bei uns aufgenommen.Ihr kennt das,wenn ihr zum Dienst kommt,und ein bekannter Name steht auf der Tafel? Nein? Schwein gehabt.

Ich kenne Horst seit gut 2 Jahren. Ein Kerl wie ein Baum,tätig in einem höchst sozialen Beruf. Jetzt ist er krank. Keine 40 Jahre alt, Frau und Kinder, mit beiden Beinen im Leben und dennoch so viel vor.

Das war vor 8 Wochen. Anfang der Woche ist er verstorben. Ohne die Möglichkeit sich richtig zu verabschieden. Mitten in dem was wir „Leben“ nennen.

Ich denke nach.Was ist mein Leben wert? Ich arbeite wie ein Tier und halte mit Kraft mein Geld zusammen,für „wenn mal was ist“. Springe ein, habe einen Nebenjob, kümmere mich um meine kranke Oma, mache Hausaufgaben mit den Kids und versuche irgendwie Sport zu treiben um arbeitsfähig zu bleiben.

Keiner weiß,was morgen passiert.Was ist,wenn ich in ein paar Jahren auch dran bin.

Ich will jetzt bestimmt nicht dazu auffordern, eure Geldreserven zu verpulvern. Aber macht euch Gedanken, was ist es euch wert? Wir sollten vieles entspannter sehen, und den Urlaub notfalls auch mal etwas mehr kosten lassen.Kauft euch Musik, die ihr gerne hört, esst was ihr wollt,macht Sport weil es Spaß macht, lasst euch auf der Arbeit nicht ärgern.

Das Leben ist zu kurz um es von Geiz und dem Job regieren zu lassen.

Noch diese Woche müssen wir Horst das letzte Geleit geben. Meine Stadt verliert einen Helden. Ich verliere einen Kollegen, andere einen Kumpel, sie verliert ihren Ehemann, ein tolles Mädchen ihren Vater.

Seid ihr fertig?Habt ihr alles gesehen und gemacht,was auf eurer Liste steht? Ihr habt keine Liste? Ich auch nicht.Aber ich werde eine anlegen.

Ich habe etwas ganz wichtiges gelernt letzte Woche.

1. Es kommt immer anders! und 2. als man denkt!


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Zwiegespalten

Ich habe eine Weile nichts mehr von mir hören lassen.

Immer viel zu tun,kennt ihr ja alle 😉

In den letzten Wochen befand ich mich auf Jobsuche, bedingt durch die gravierenden Gehaltskürzungen durch meinen Arbeitgeber. Dickköpfig wie ich bin rief ich eine Revolution aus.

Geprägt von Unstimmigkeiten im Dienstplan, Streitigkeiten mit den Leitungen und Rückenschmerzen tourte ich durch diverse Vorstellungsgespräche. Eines fiel dabei immer wieder auf: alle kochen nur mit Wasser.

Wir im Pott sagen dazu „woanders ist auch scheiße“.

Die Frage ist, bleibe ich wo ich bin und beseitige meine Probleme? Oder laufe ich weg und nehme meine Probleme mit?

Pflegekräfte sind die Sklaven der Stationsleitungen. Stationsleitungen sind nur Sklaven ihrer PDL. Und PDL sind die Sklaven der Geschäftsführer.

Die freie Wirtschaft lockt mit 9-17, Festgehalt,Mo-Fr, Firmenwagen und Handy. Aber dann bin ich kein Pfleger mehr.

Mir kreisen die Fragen im Kopf.Kann man überhaupt ablegen „Pfleger zu sein“? Wie familienfreundlich ist ein 9-17Job? Verpacke ich die ca. 3 Tage Arbeit mehr pro Monat?

Je näher die Entscheidung rückt,desto lauter schreit der Kopf, ich solle es sein lassen.

Glaubt bloß nicht, ich wäre auf die in Kliniken übliche Hirnwäsche reingefallen. Mir ist egal, wer die Patienten versorgt wenn ich weg bin.Und mir ist egal, ob meine Stelle nachbesetzt wird oder nicht. Völlig egal. SCHEIßEGAL!

Aber Pfleger zu sein ist kein normaler Job. Man muss es leben, man muss es einfach „sein“. Kann man diese Fähigkeiten einfach ablegen? Kann man einfach aufhören, Pfleger zu sein?

Die Entscheidung jedenfalls fällt schwer und wird zum Glück seitens des potentiellen neuen Arbeitgebers immer wieder verschoben.

Die Arbeitsbedingungen in der Pflege sind miserabel. Und der Druck wächst. Wir reden über Zeitdruck, Gehaltsverluste, fehlende Pausen, Überstunden, körperliche Belastung, mangelnde Wertschätzung, etc. Aber wir reden auch über Druck durch die Vorgesetzten, Aufforderungen Pflegedokumentationen zu fälschen, Pflegefehler zu vertuschen, Hygienemängel, anstrengende Angehörige, oder den Durchgeknallten der die Kollegin mit einem Messer bedroht und von 6 Polizisten auf Station mit Waffengewalt aufgehalten werden muss.

Doch in welchem Beruf bekommt man sonst ein so menschliches Feedback? Das Gesicht der deliranten Patientin die ich entfixiert, mobilisiert und ans Fenster geschoben habe um den Schnee zu sehen, das war schon erwärmend. Auch für nen Kerl wie mich.

Die Zuneigung, die ich von einem dankbaren Patienten genieße, werde ich in der freien Wirtschaft niemals bekommen. Da gehts nur um Geld.

Ich hab grad keine Ahnung, was mir wichtiger ist.

Es bleibt also spannend.


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Angst vor Veränderung

Aufgrund der negativen Veränderungen in meiner Klinik und der kaum aufzuhaltenden Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen in der Pflege beschloss ich vor ein paar Wochen,einfach mal ein paar Bewerbungen rauszuhauen. Mal sehen was so geht. Schlimmer kanns ja kaum werden.

Aufgrund meiner langen Berufserfahrung und meiner Erfahrungen in der Selbstständigkeit war es erstaunlich leicht im privaten Sektor etwas zu finden.Und alle meine Erfahrungen wurden honoriert,es ist unglaublich was man ausserhalb der Klinik verdienen kann! Es war aber auch bestimmt von Vorteil,das ich verhandlungssicher bin und mir nichts wegnehmen lasse.

Anfang der Woche kam dann die Bestätigung,ich kann den neuen Job haben, wenn ich will.Geblendet von der Frage ob ich will (ja,ich wurde GEFRAGT,zum ersten Mal in meinem Pflegeleben hat man mich gefragt!) begann mein Kopf an zu arbeiten.

Der neue Job hat immer noch was mit Medizin zu tun.Aber Montag bis Freitag und relativ geordnete Arbeitszeiten. Viel Kundenkontakt.

Mein Bauch sagt „mach es!“.

Mein Herz sagt „trau dich!“

Das Hirn sagt „du hast 14,5 Jahre gelernt um jetzt was andres zu machen?Du bist ein Idiot!“

Ich halte mich für einen selbstsicheren, starken Menschen. Aber nun bin ich ins straucheln geraten. Die Situation auf die ich lange gewartet habe ist da, und nun beginne ich zu zweifeln.Vielleicht habe ich auch Angst das gewohnte Fahrwasser zu verlassen.

Kann ich meine Kinder weiter in einem 9to5-Job so begleiten wie jetzt im Schichtdienst,wo man auch mal 5 Tage frei haben kann.Wie verlässlich werden meine Arbeitszeiten werden?Was wird mit all meinem Fachwissen im Kopf passieren, wenn es nicht mehr abgefragt wird? Bin ich überhaupt ein Schreibtisch-Mensch?

Letztlich glaube ich nicht, das mein Beruf in der Klinik Zukunft hat.Weder finanziell noch körperlich. Wir wissen alle das es wohl das sicherste ist,sich neu zu orientieren. Aber ich habe nie damit gerechnet das ich so anfangen werde zu zweifeln,wenn sich mir die große Chance auf einen Neuanfang bietet.

Bin ich etwa doch unbewusst auf die in der Pflege übliche Gehirnwäsche reingefallen? Alles für den Dackel,alles für den Club! Dienst am Menschen, allzeit bereit, wenn nicht wir,wer dann?

Das Gehirn arbeitet auf Hochtouren. Ich glaube,jede einzelne Hirnwindung vor Schmerzen spüren zu können!

Und wieder mal stehe ich vor der Frage „wer bin ich,wenn ich nicht mehr pflege?“. Nur diesmal ist es so,das ich mich entscheiden muss.Bleibe ich stehen,oder gehe ich weiter ohne zu wissen wo der Weg hingeht?


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pflegt den Pfleger!

Noch letzte Woche berichtete ich euch, wie müde mein Beruf mich macht. Ich habe gesagt,wie gut ich die steigende Anzahl der Krankmeldungen verstehen kann und daß das aktuelle Szenario auf meiner Station nicht gut ausgehen kann.

Vor inzwischen 5 Wochen überfiel mich eine schwere Männergrippe. Arbeitgeberfreundlich in meinem Urlaub. Der Pfleger wusste genau was er tat,kurierte alles soweit aus wie es ging und begab sich pflichtbewusst pünktlich zurück an die Front. Eine 16-Betten-Station. 16 Möglichkeiten sich neu zu infizieren.

Auch als der Arbeitgeber uns letzte Woche Geld und Personal reduzierte, ignorierte ich den Husten,die belegte Stimme,die körperliche Schwäche und die Belastungstachycardien. Macht man ja so. Schnupfen kommt von alleine, Schnupfen geht von alleine.Läuft!

Oder?

Mitte dieser Woche schlug ich spontan mit Rückenschmerzen bei meinem Hausarzt auf. Rückenschmerzen sind für Pflegekräfte keine Krankheit mehr, sondern Alltag und werden ignoriert. Ich hatte es nur versäumt mir Ibuprofen zu besorgen. Ich hatte wohl in meinem ganzen Berufsleben nur einen Tag keine Rückenschmerzen, an meinem ersten Arbeitstag.

Überspringen wir die nächsten 5 Stunden. Ich liege nun stationär. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich der Kunde.

Die Tests sind jetzt durch und ich bekomme endlich meine Antibiose. Aber ich habe selten so ein Schwein gehabt. Ich bin quasi um Arschhaaresbreite an einer Myocarditis vorbei. Ich komme keine Treppen hoch und kann nicht flach liegen. Weitere Details erspare ich euch. Aber am Montag darf ich wohl nach hause. Es wird noch 1-2 Wochen dauern bis ich meine Intensiv wieder betreten darf.Oder kann.

Es war ein Schnupfen, ein gottverdammter Schnupfen. Mehr nicht. In meinen Augen jedenfalls.

Obwohl ich es hätte besser wissen müssen, habe ich meine Gesundheit für meinen Job riskiert.

Am Ende ist es nur ein Job.Mehr nicht.

Seid schlauer als ich und riskiert nichts. Geht zum Arzt wenn ihr krank seid, auch wenn ihr vorher vielleicht meint genau zu wissen was euch fehlt.

Manchmal muss man bei Hufklappern eben doch an Zebras denken.


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ich bin müde

Es gibt Studien die aufzeigen das die meisten Pflegekräfte nach 15 Berufsjahren aufgeben und resignieren.

In ein paar Monaten werde ich „15“.

Ich habe in den letzten Wochen immer wieder gemerkt wie schwer mir alles fällt. Das frühe aufstehen, der Schichtdienst, die Lautstärke, die Konzentration, einfach alles. Oft fehlt es mir im Gegensatz zu früher an Geduld, um mit nervigen Patienten umzugehen. Ich betreue vorrangig beatmete Patienten. Nicht,weil sie interessanter sind, sondern weil sie die Klappe halten.

Sachen,die mich früher berührt haben sind mir heute egal. Versteht mich nicht falsch, ich mag meinen Job, und ich bin verdammt gut darin. Aber ich bin müde. Mehr sogar, ich fühle mich alt und müde. Ich stumpfe ab. Ich werde zu dem Pfleger über den ich mich vor 10 Jahren aufgeregt habe,“wie kann er nur so reden!“

Müde, einfach nur müde.

Letzten Montag eröffnete der neue Geschäftsführer das wir kurz vor der Insolvenz stehen, und er uns einen Teil des Gehalts sowie das Weihnachtsgeld streicht. Großes Getöse, darf der das? JA, ER DARF! In aktuellen Tarifverträgen befindet sich eine Klausel,die das erlaubt.Wusste ich nicht. Kaum jemand von uns.

Zusätzlich werden etliche Stellen reduziert, bei „gleichbleibender Qualität der Pflege“. Auf die Frage wie wir das Pensum schaffen sollten hieß es „dann pflegen Sie eben weniger!“.

Die Zahl der Krankenscheine diese Woche war enorm.Wir mussten sogar 3 Intensivbetten schließen. Ich habe Verständnis.Denn letztlich ist die Krankmeldung der letzte Protest der uns noch bleibt.Sonst hört uns niemand zu.Wir sind alle müde. Müde und enttäuscht.

Die Fallzahlen sind um gut 3% gestiegen. Und obwohl wir unsere Aufgabe, unseren Vertrag einwandfrei erfüllt haben, nimmt man uns unser Geld weg.

Für 2015 sind wieder schwarze Zahlen geplant.Mein Geld will man aber trotzdem einbehalten.Für mindestens 4 Jahre.

Wo soll das noch enden? Ist das ein Wink mit dem Zaunpfahl?Soll ich meine Taschen packen und verschwinden?

Ich bin müde. So müde.

Aber es ist Zeit aufzustehen und sich zu fragen „wenn ich nicht mehr pflegen kann,was kann ich dann tun?“

Niemand von uns muss sich das bieten lassen! Notfalls müssen wir unsere Macht durch Kündigungen und neue Aufgabenverteilung demonstrieren. Der Arbeitsmarkt ist aktuell so groß wie nie. Gute Pflegekräfte werden gesucht und können handeln.

Steht auf und kämpft!