Desflurator

in einem Dreieck zwischen Klinikalltag, Notfallrettung und zuhause

Internet ist Teufelswerk!

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„Internet ist Teufelswerk!“, so warnte mich schon vor Jahren ein Freund.

Ich komme gerade aus dem Urlaub zurück.Ich war an dem wohl schönsten Ort der Welt, einem Ort ohne Mobilfunknetz!

Gerade angekommen stellte ich fest „Mist,gerade mal ein Balken.“ Somit war klar, kein Facebook, kein Twitter, keine Emails, kein Whattsapp. Eine Welt bricht zusammen! Wie soll ich Kontakt zu euch halten?

Der erste Tag war fürchterlich.Ich hatte festgestellt, das ich nach ca. 35 Minuten Fußmarsch an einer Stelle am Strand Netz habe! Wie oft am Tag kann ich da wohl hin,ohne das meine Frau misstrauisch wird?

Ich fragte mich,was hat das Internet aus mir gemacht?Einen Smartphone-Junkie. Abhängig und hilflos. So viele super Tweets, soviele FB-Posts und Swarm-Logins gingen mir verloren.Verdammte Scheiße!

Aber schon am zweiten Tag fragte ich mich, warum kann das Internet sowas aus mir machen? Bin ich selber schuld?

Also im Bücherladen eine Straßenkarte gekauft und alles so gemacht, wie mein Vater es mich gelehrt hat. Und was soll ich sagen,ich hatte die tollste Woche seit langem! Ohne Druck im Nacken erkundete ich die Gegend,saß stundenlang am Strand und sah meinen Kindern beim Buddeln zu.Okay,ohne Uhr und Handy kamen wir zu spät zum Essen. Ich bezweifle auch,das ich sonst schonmal bei einer meiner Radtouren mit meinem Püppchen festgestellt habe, das hinter mir jemand mit ausgebreiteten Armen sitzt und aus voller Überzeugung Lieder aus Disneys „Eiskönigin“ singt. Oder ihre Selbstgespräche beim Spaziergang. Jetzt keine verrückten Gespräche, sondern die eines 5jährigen Kindes, so wie „oh,ein Stein.Noch ein Stein.Na wo kommen die wohl her? Ob der Vogel da drüben Fisch mag? Wo kommt eigentlich der Sand her? Irgendwie riecht es hier nach Fisch. Oh,ein Stein…..“

Am 4. Tag habe ich mich sogar erwischt,wie ich ohne Handy das Haus verlassen habe.Mit Absicht!

Ich habe mich lange nicht mehr so gut und kräftig gefühlt wie diese Woche. Und nur, weil ich auf Internet und ständige Erreichbarkeit verzichtet habe.

Internet ist Teufelswerk. Nicht immer, aber oft.Immer öfter.

Und als ich in den Dünen saß, zwischen Sanddorn und Hagebutte, ging über Heiligendamm (oder wie mein Sohn sagte“ Beten-Dorf) die Sonne unter.Ein paar Wolken hingen noch am Himmel.Und plötzlich tauchte die untergehende Sonne den Himmel und die Ostsee für ca. 4 Minuten in ein solch eindrucksvolles rot,das muss ich euch zeigen…

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Und so habe ich wieder ein paar Meter auf der Suche nach mir selbst zurückgelegt und festgestellt,ohne Ablenkung, mit wachen Augen und offenen Ohren macht die Suche noch viel mehr Spaß!

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Autor: desflurator

Medizin basiert auf Aberglaube!

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